Wie werde ich Kreditvermittler?

Verbraucher müssen nicht zwangsweise auf eine Bank zugehen, um einen Kredit zu beantragen. Als Alternative hierzu gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Kreditvermittlern, an welche man sich wenden kann, wenn man einen Kredit aufnehmen möchte. Der Kreditvermittler fungiert dann wie ein Makler, der Kredite für einen einzelnen oder für verschiedene Kreditgeber an Kreditnehmer vermittelt.

Welche Ausbildung braucht man, um Kreditvermittler zu werden?

Die formalen Anforderungen an Kreditvermittler sind in Deutschland vergleichsweise gering. Um Kreditvermittler zu werden, benötigt man keinen speziellen Schulabschluss. Bei gewerblicher Vermittlung ist allerdings eine gewerberechtliche Erlaubnis erforderlich, entweder nach § 34c oder nach § 34i GewO. Welche Erlaubnis genau benötigt wird, hängt wiederum von der Art der vermittelten Kredite ab.

(Allgemeine) Darlehensvermittler

Darlehensvermittler, die lediglich „allgemeine“ Gelddarlehen vermitteln, benötigen eine Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 Nr. 2 GewO, wenn sie

  • gewerbsmäßig den Abschluss von Darlehensverträgen vermitteln oder
  • gewerbsmäßig die Gelegenheit zum Abschluss solcher Verträge nachweisen.

Für Immobiliar-Verbraucherdarlehen gilt dagegen die besondere Vorschrift des § 34i GewO (siehe unten).

Gewerbsmäßigkeit liegt dann vor, wenn es sich um eine selbständige, auf Gewinnerzielung gerichtete und nicht nur gelegentlich ausgeübte Tätigkeit handelt.

Die Voraussetzungen für eine Erlaubnis nach § 34c Abs. 1 Nr. 2 GewO sind:

  • die erforderliche Zuverlässigkeit (diese wird z.B. grundsätzlich verneint, wenn der Darlehensvermittler in den letzten fünf Jahren vor Stellung des Antrages wegen eines Verbrechens oder wegen Diebstahls, Unterschlagung, Erpressung, Betruges, Untreue, Geldwäsche, Urkundenfälschung, Hehlerei, Wuchers oder einer Insolvenzstraftat rechtskräftig verurteilt worden ist).
  • geordnete Vermögensverhältnisse (ein Insolvenzverfahren oder ein Eintrag in das Schuldnerverzeichnis steht dem regelmäßig entgegen)

Immobiliar-Darlehensvermittler unterliegen strengeren Anforderungen

Mit der Umsetzung der europäischen Wohnimmobilienkredit-Richtlinie (RL 2014/17/EU) wurde ein neuer § 34i in die Gewerbeordnung eingefügt. Die Vorschrift regelt besondere Anforderungen an Kreditvermittler, die gewerbsmäßig so genannte Immobiliar-Verbraucherdarlehen (vgl. § 491 Abs. 3 BGB) vermitteln oder zu solchen Verträgen beraten wollen. Vorher gab es in der Gewerbeordnung lediglich eine Vorschrift für alle Kreditvermittler.

Alle Immobiliardarlehensvermittler müssen eine Erlaubnis gem. § 34i Abs. 1 GewO beantragen (vgl. BT-Drs. 18/5922, 65). Für Immobiliardarlehensvermittler gilt außerdem ergänzend zu § 34i GewO die Immobiliardarlehensvermittlungsverordnung (ImmVermV).

Um eine Erlaubnis als Immobiliardarlehensvermittler nach § 34i GewO zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • die erforderliche Zuverlässigkeit (diese wird z.B. grundsätzlich verneint, wenn der Darlehensvermittler in den letzten fünf Jahren vor Antragstellung wegen eines Verbrechens oder wegen Diebstahls, Unterschlagung, Erpressung, Betruges, Untreue, Geldwäsche, Urkundenfälschung, Hehlerei, Wuchers oder einer Insolvenzstraftat rechtskräftig verurteilt worden ist)
  • geordnete Vermögensverhältnisse (ein Insolvenzverfahren oder ein Eintrag in das Schuldnerverzeichnis steht dem regelmäßig entgegen)
  • Vorliegen einer Berufshaftpflichtversicherung oder gleichwertigen Garantie
  • Erfolgreich abgelegte Sachkundeprüfung
  • Hauptniederlassung in Deutschland oder zumindest Tätigkeit in Deutschland

Braucht man eine Erlaubnis nach § 34c GewO, wenn man bereits eine Erlaubnis nach § 34i GewO besitzt?

Immobiliardarlehensvermittler, die bereits eine § 34i-Erlaubnis besitzen, brauchen zusätzlich eine § 34c-Erlaubnis, wenn sie nicht nur Immobiliar-Verbraucherdarlehen, sondern auch allgemeine Gelddarlehen vermitteln möchten. Die § 34i-Erlaubnis umfasst also nicht automatisch eine Erlaubnis gem. § 34c Abs. 1 S. 1 Nr. 2 GewO.

Der Honorar-Immobiliendarlehensberater

Immobiliardarlehensvermittler können sich auch dazu entscheiden, als „Honorar-Immobiliardarlehensberater“ am Markt aufzutreten. Immobiliardarlehensvermittler brauchen hierfür zwar keine zusätzliche Erlaubnis, sind aber verpflichtet, bei der Beratung eine hinreichende Anzahl von entsprechenden auf dem Markt angebotenen Verträgen heranzuziehen. Außerdem dürfen Honorar-Immobiliardarlehensberater vom Darlehensgeber keine Zuwendungen annehmen und von ihm in keiner Weise abhängig sein.

Kann man gleichzeitig Immobiliardarlehensvermittler und Honorar-Immobiliardarlehensberater sein?

Dies ist laut Gesetz ausgeschlossen. § 34i Abs. 5 S. 2 GewO besagt nämlich:

„Honorar-Immobiliardarlehensberater dürfen keine Tätigkeit als Immobiliardarlehensvermittler und Immobiliardarlehensvermittler dürfen keine Tätigkeit Honorar-Immobliardarlehensberater ausüben.“

(§ 34i Abs. 5 S. 2 GewO)

Haben Sie noch eine Frage zu diesem Thema?

Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf!

Scroll to Top