Milanda UG – Informationen für Betroffene

Die Milanda UG aus Rosenheim verschickt Zahlungsaufforderungen für die Vermittlung eines Finanzsanierungsvertrages und schaltet hierfür auch Inkassobüros sowie Rechtsanwaltskanzleien ein. Was es damit auf sich hat und was Betroffene dagegen tun können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wer steckt hinter der Milanda UG?

Hinter der Firma Milanda UG (haftungsbeschränkt) steckt die frühere OLOX Finanzberatung UG (haftungsbeschränkt). Unternehmensgegenstand ist laut Handelsregister:

„Unabhängige Finanzberatung und die Vermittlung von Produkten aus den Bereichen Finanzierung, Finanzdienstleistung, Geld- und Vermögensanlage, Versicherung, Bausparen und Immobilien.“

Ob die Milanda UG tatsächlich in diesem Bereich nennenswert aktiv ist, wissen wir nicht. Allerdings ist dieses Unternehmen nachweislich im „Finanzsanierungsmarkt“ unterwegs, d.h. dieses Unternehmen vermittelt Finanzsanierungsverträge.

Das Genehmigungsschreiben der Milanda UG

Was es mit den Finanzsanierungen auf sich hat, möchten wir anhand des Falls eines Mandanten näher erläutern. Unser Mandant wollte einen Verbraucherkredit aufnehmen und suchte danach im Internet. Wie genau er auf das Angebot der Milanda UG gestoßen ist, wusste er nicht mehr genau, allerdings erhielt er ein Genehmigungsschreiben, in welchem es hoffnungsvoll heißt:

„Genehmigung Ihrer Finanzsanierung in Höhe von 50.000,00 €

Sehr geehrter Herr …

es freut uns sehr, Ihnen mitzuteilen, dass ab sofort Ihre Finanzsanierung zur Verfügung steht. Hierzu haben wir folgende Konditionen erhalten:

Schuldsumme: 50.000,00 €

monatliche Rate: 806,45 €

Laufzeit ca.: 62 Monate

In dem Angebot enthalten sind jederzeit kostenfreie Sonderzahlungen welche zum einen die Laufzeit verkürzen und zum anderen auch Kosten wie z.b. Zinsen bei den Gläubigern senken.“

Dann wird es konkreter:

„Da der Vertrag bereits genehmigt ist, müssen Sie nur noch beiliegenden Kundenauftrag per Post, per Fax (…) oder per E-Mail als Handyfoto (…) unterschrieben an uns zurückschicken. Diesen brauchen wir, damit wir die original Vertragsdokumente einholen und Ihnen zur Unterzeichnung zusenden zu können.“

Dem Schreiben war ein Vertrag beigefügt, welcher noch einmal – optisch deutlich hervorgehoben – den Betrag in Höhe von 50.000,00 € sowie eine Vermittlungsprovision auswies. Aufgrund der Formulargestaltung ging unser Mandant davon aus, dass es sich um eine Kreditvermittlung handelt und schickte den Vertrag unterschrieben zurück. Dass es hierbei um keine Finanzierung, sondern um eine Finanzsanierung geht, hatte unser Mandant schlichtweg nicht verstanden.

Was passiert, wenn man den Vermittlungsvertrag unterzeichnet?

Wer einen solchen Vertrag in dem Glauben unterzeichnet, damit einen Kredit zu erhalten, erlebt am Ende eine böse Überraschung: Es handelt sich hierbei nämlich weder um einen Kreditvertrag noch um einen Kreditvermittlungsvertrag. Vielmehr wird hier lediglich die kostenpflichtige Vermittlung einer Finanzsanierung angeboten. Mit der versprochenen Finanzsanierung erhält man allerdings keinen Kredit. Unserer Meinung nach zielt das Geschäftsmodell genau hierauf ab: Geschäftlich unerfahrenen Personen soll ein kostenpflichtiger Vertrag untergeschoben werden, welcher den Betroffenen am Ende keinen Kredit verschafft, sondern lediglich weitere Kosten. Der Nutzen eines solchen Vertrages ist aus unserer Sicht mehr als fragwürdig.

Was passiert, wenn man die Vermittlungsgebühr nicht bezahlt?

Wer die geforderte Vermittlungsgebühr nicht bezahlt, muss damit rechnen, in der Folgezeit weitere Inkassoschreiben zu erhalten, z.B. von Rechtsanwaltskanzleien, der Culpa Inkasso GmbH oder der ETI Experts GmbH. Der Ton wird in solchen Schreiben deutlich schärfer – so werden zum Beispiel von Anwaltskanzleien Gerichtsverfahren in Aussicht gestellt. Die Betroffenen sollen unter diesem Druck möglichst schnell klein beigeben und die Vermittlungsgebühr zahlen. Wahrscheinlich geben viele Menschen in einer solchen Situation dann auch auf und bezahlen (so funktionieren letztlich derartige Geschäftsmodelle).

Vorsicht Finanzsanierung – Ein Ratgeber für Betroffene

Falls Sie aus Versehen einen Vermittlungsvertrag über eine Finanzsanierung unterschrieben haben, könnte dieser E-Book-Ratgeber für Sie von Interesse sein.

Wie sollten sich die Empfänger solcher Zahlungsaufforderungen verhalten?

Unsere Kanzlei vertritt regelmäßig Betroffene solcher „Finanzsanierungsfallen“. Wir können aus unserer Erfahrung nur raten, nicht vorschnell zu bezahlen. Derartige Verträge sind unseres Erachtens anfechtbar, wenn man sich beim Unterzeichnen des Vermittlungsvertrags über den Vertragsinhalt geirrt hat. Wer also bei Unterschrift dachte, er beauftragt einen Kreditvermittler, sollte dem Druck standhalten, nicht bezahlen und ggf. einen Rechtsanwalt mit seiner Vertretung beauftragen.

Es gibt auch verschiedene Gerichtsentscheidungen, welche unsere Rechtsauffassung bestätigen. Betroffene können sich gerne an uns wenden.

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